
All the little things…
Die zweite Woche in Sydney
Zusammenfassung
Die zweite Woche in Sydney ist geprägt von ununterbrochenem Sonnenschein, der Jobsuche und dem Leben im Hostel. Trotz Strandleben kommt erste Routine auf. Zwischen nervigen Insektenstichen und einem ersten englischen Telefoninterview sorgen Schnorchelausflüge, Küstenwanderungen und der Anzac Day für Abwechslung. Taucht ein in eine Woche voller Kontraste zwischen Traumstrand und Bewerbungsstress.
Ein wenig Routine stellt sich ein
WWoche zwei im stets sonnigen Sydney. Ungelogen waren die letzten fünf Tage keine Wolken am Himmel zu sehen. Was für den Strand top ist, wirkt auf Bildern eher ein wenig langweilig, aber das passt auch irgendwie zu meiner Stimmung. Nicht dass es nicht toll wäre, hier unten zu sein. Doch nervt es auch, nur CVs raus zu schicken und abzuwarten. Irgendwann wird dann der Gang durch den Park, zur Habour Bridge und entlang der St. George Street zurück nach Kings Cross zur Routine. Aber warum nicht auch das einmal festhalten. All die kleinen Dinge, die einem dabei so über den Weg laufen.
Was, neben der Warterei, vielleicht auch zu meiner etwas genervten Stimmung beiträgt, sind diese lieben, kleinen Krabbeltierchen genannt Moskitos, Bed Bugs und Kakerlaken. Während letztere einem einfach nur ab und zu einen Schauer über den Rücken jagen, wenn sie über die Tische flitzen, sind die ersteren eine echte Plage. Jeden Morgen wache ich mit neuen Stichen auf, die furchtbar jucken und mich nach und nach zu einem wandelnden Streuselkuchen mutieren lassen. Nun gut, wäre ja kein Australienaufenthalt, wenn man nicht auch die unangenehmen Seiten des Hostellebens kennenlernen würde.
Das Strandleben abseits der Jobsuche
Zur Entschädigung kann man sich ja dann in die Fluten stürzen und am Strand rumlümmeln. Neben Bondi habe ich nun auch den zweiten großen Strand Sydneys für mich entdeckt – Manley. Etwas weiter abgelegen, nimmt man am besten die Fähre um dorthin zu gelangen. Schon die Fahrt ist mindestens genauso schön, wie der Strand selbst.
Mittlerweile habe ich mein Sportprogramm auch strandgerecht angepasst und geh jetzt zwei Mal die Woche im Ozean schwimmen. Es ist erstaunlich, welche Vielfalt an Fischen, Unterwasserpflanzen und anderem Getier sich einem erschließt, wenn man die Schwimmbrille aufsetzt und ein paar Meter die felsige Küste entlang schwimmt.
Etwas komisch ist es allerdings, wenn sich dann am Boden solche eigenartigen Fische entlang schlängeln, die genauer betrachtet verdammt nach Haien aussahen. Zugegebenermaßen kleine Exemplare, die vielleicht grade mal nen Meter groß sind. Müsste ich mich entscheiden, würde ich Bondi Manley vorziehen. Vor allem wegen der fotogenen Felsformationen entlang des hier beginnenden Wanderweges Richtung Coogee Beach. Der fünf Kilometer lange Weg führt immer entlang der Küste und ist besonders in den Abendstunden zu empfehlen.
Und auch auch ein wenig After Work
Gestern war ich wieder hier, um den Sonnenuntergang als Spiegelung ein zu fangen. Gab bestimmt ein schönes Bild ab, wie ich versucht habe knieend durch den Sucher zu schauen, während die Kamera zwei Zentimeter über dem Wasser hing. Bei jeder Welle musste ich sie hochheben, um den Apperat vor den Fluten zu schützen.
Nachdem man den Tag am Strand genossen hat, ist man abends doch recht fertig. Das und vielleicht auch die horrenden Preise für Alkoholkalien haben dazu geführt, dass ich bisher nur einmal abends aus war. Anlass war der Anzac Day (Australien New Zealand Army Corps Day) – ein nationaler Feiertag, an dem die Veteranen vergangener Kriege geehrt werden und eine große Parade durch die Stadt zieht. Überall in der City sind dann die Bars gefüllt mit ehemaligen oder noch aktiven Soldaten, die es sich gut gehen lassen.
Wir (Wir = Belgier Bart, Engländerin Miranda, Italienerin Roberta und die Deutschen Sören und meine Wenigkeit) haben es ihnen gleich getan und sind zum Darling Habour runter, um uns ein paar Bier zu gönnen. Ist schon witzig, am anderen Ende der Welt mit einer bunt gemischten Truppe Europäer zu quatschen, tanzen und durch die Stadt zu ziehen. Das genieße ich auch sehr, obwohl ich ab und an doch noch merke, dass mein Englisch noch ein wenig holperig ist.
Das wurde mir erst recht bewusst, als ich am darauffolgenden Tag mein erstes Telefoninterview in Englisch führen musste. Anfangs habe ich praktisch nichts verstanden, was allerdings auch an dem australischen Slang liegen könnte. Alles in allem, war das Gespräch aber gar nicht soo schlecht und ich hoffe mal, daraus ergibt sich noch richtiges Vorstellungsgespräch oder besser noch ein Job. Man wird sehen…






















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