Hoover-Damm

Der Hoover-Damm

Big, Bigger, Hoover

Zusammenfassung

Abschied von der Wildnis, Kurs auf die Wüste Nevadas: Auf dem Weg in Richtung Las Vegas machen wir einen Zwischenstopp am beeindruckenden Hoover-Damm, wo wir uns trotz straffer Sightseeing-Organisation und strenger Sicherheitskontrollen tief in den Generatorraum gewagt haben. Nach einem kurzen Sprung in den erschreckend ausgetrockneten Lake Mead schlagen wir unser Nachtlager schließlich im Valley of Fire auf – inklusive Open-Air-Bett und stilechter Ausrüstung gegen nächtliche Wüstenbewohner.

Zurück in die Zivilisation

Na Ihrs,
nachdem wir nun die volle Packung Natur mitenommen hatten, ging es wieder Richtung Zivilisation. Las Vegas warf seine Schatten vorraus. Jedoch wollten wir noch einen Zwischenstopp beim Hooverdamm einlegen. Dieser staut den Colorado zum Lake Mead auf, welcher sieben Bundesstaaten mit Wasser versorgt. Was wir als erstes feststellten ist, dass die Amerikaner mit diesem Wasser ziemlich verschwenderisch umgehen. Seit gut zehn Jahren liegt der See 30 Meter unter dem Normalniveau. Dumm für die angrenzenden Recreation Areas mit ihren Hafenanlagen. Die meisten der riesigen Rampen, die dazu dienen sollen, die Boote ins Wasser zu bringen, enden im Nichts. Auch einen Strand suchten wir vergebens, an diesem trotz alledem gigantischen Stausee. So wurde aus dem erholsamen Tag am Strand nur ein kleiner Hüpfer ins kühle Nass.

Der Hooverdamm an sich ist wie der See einfach nur beeindruckend. Seinerzeit der größte von Menschen geschaffene Staudamm, versorgt dieses Ungetüm aus Stahlbeton mit seinen 17 Generatoren die umliegenden Metropolen mit Strom. Genauso groß wie die Sehenswürdigkeiten, ist der Besucherandrang. Dementsprechend baute man 1995 ein neues Visitor Center, um den Massen Heer zu werden.
Bevor man das aber überhaupt betreten kann, legt man schon mal 13 Dollar auf den Tisch, um sich dann einer Sicherhietskontrolle zu unterziehen. Seit 9/11 haben die Amis furchtbare Angst jemand könnte den Damm in die Luft jagen. Deswegen wurde extra ein neuer Highway gebaut, wodurch der Hauptverkehr umgeleitet werden kann.

Biwakieren im Valley of Fire

Die Besichtigung ist straff organisiert. Zunächst wird ein Einführungsfilmchen gezeigt, nach dessen Genuss man davon überzeugt sein muss, dass ein Volk, welches solch ein modernes Weltwunder erschaffen kann, einfach das größte und tollste ist. Anschließend geht es mit 50 Leuten 50 Stockwerke abwärts, in den Bauch des 200m breiten Betonklotzes und in den Generatorraum. Zum Schluss darf man noch auf die Aussichtsplattform, fürs obligatorische Foto. Das nenn‘ ich mal Sightseeing.
Geplättet von so viel Trubel, schlendern wir noch gemütlich über den Damm und passieren ganz nebenbei die Grenze zwischen zwei Staaten und Zeitzonen.

Abends erreichen wir ziemlich erschöpft unseren Rastplatz. Das Valley of Fire liegt mitten in der Einöde der Wüste Nevadas. Im Abendlicht leuchten die Sandsteinbrocken glühend rot, woher das Tal seinen Namen hat. Schon am Tag zuvor haben wir uns hier Klettertechnisch ausgetobt. Heute reicht unsere Energie nur noch zum Nudelnkochen und ins Bett fallen. Während Hannes es vorzieht im Van zu schlafen, beziehe ich mein Nachtlager draußen. Wie ihr sehen könnt bestens gerüstet, mit Nachtlektüre und einem Knüppel gegen Eindringlinge 😉

Irgendwie war ich seit den großen Parks auf fotografischer Sparflamme, was sich spätestens in Las Vegas bemerkbar machen sollte, aber dazu mehr im nächsten Post.

Euer Felix